Beispiele für das Ordnen, Bewerten und Diskutieren von Wissen (Dossier 2)

Last modified by TobiasSteinherr on 2018/02/08 13:44

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung


Unter das Dossier zur Ordnung, Bewertung und Diskussion von Wissen fallen beispielsweise lokale, textlich und kartographisch orientierte Wikis, Blogs und Foren, Gamification, nutzerspezifische Apps, um Wissen gezielt dem jeweiligen Anwender zur Verfügung stellen oder Bürger/Touristen lokationsbasiert über Angebote zu informieren usw. Die Beispiele zeichnen sich dadurch aus, dass Wissen und Informationen strukturiert, teilweise aggregiert und ggf. für den jeweiligen Nutzer entsprechend seiner Bedürfnisse vorgefiltert und bereinigt sind.

In der Praxis stellt sich heraus, dass typische Anwendungen von Verfahren zur Anwendung und Bereitstellung von Wissen und Informationen häufig auch weiteren Zwecken dienen: Wissen soll nicht bloß gesammelt (vgl. Dossier 1), sondern häufig zugleich geordnet und diskutiert oder analysiert bzw. zur Entscheidungsfindung genutzt werden (vgl. Dossier 3). Die prototypisch ausgewählten Beispiele im vorliegenden Dossier können teilweise mehreren Zwecken zugeordnet werden; gleichwohl liegt ihr Fokus auf der Wissensordnung, Diskussion und Wissensbewertung.

Schematischer Aufbau der Beispiele


Zunächst sind die Beispiele nach einheitlichem Schema dargestellt. Ein rascher Überblick veranschaulicht in Form einer grafischen Darstellung die Zuordnung zum Dossier, die vier im Folgenden erläuterten Dimensionen (Interaktion, Dauer, Komplexität, Durchdringungstiefe auf der Wissensschöpfungskette), das genutzte Verfahren, den Innovationsbereich (z. B. Unternehmen oder Öffentliche Hand), Land und – soweit bekannt – Ort der Anwendung sowie die Sprache der Quelle veranschaulicht. Dem folgen die Kurzbeschreibung des Beispiels und eine Erläuterung, wie die Charakterisierung anhand der genannten Dimensionen vorgenommen wurde.

Zunächst wurde die Komplexität des Verfahrens hinsichtlich seiner Implementierung und Pflege (z. B. Ressourcenaufwand) auf den Stufen niedrig – mittel – hoch bewertet. Bezüglich der Dauer wurde zwischen abgeschlossenen und sich laufend weiter entwickelnden Anwendungen unterschieden. So ist eine Online-Datenerhebung für ein einzelnes Forschungsprojekt typischerweise als abgeschlossen zu bewerten, während sich ein Wiki oder ein Blog laufend entwickeln. Die Interaktion zwischen Akteuren und Rezipienten orientiert sich an vier Stufen:

  1. Keine Interaktion, Nutzer bekommen Informationen und Bewertungen bereitgestellt, ohne Frage- und Kommentarfunktion
  2. Einfache Reaktion, Möglichkeit, die bereit gestellten Informationen durch die Nutzer zu kommentieren und nachzufragen
  3. Gestaltende Rückkopplung, Nutzer können bereit gestellte Informationen und Vorschläge selbst verändern, ergänzen, überarbeiten und umfassend bewerten
  4. Vollständige Rückkopplung, Informationen und Vorschläge entstehen erst in dem Austausch und der Interaktion zwischen verschiedenen Nutzern, welche diese zugleich umfassend bewerten

Schließlich interessiert, wie tief die Wissensschöpfungskette mittels der Anwendung durchdrungen wird: Löst sie nur einzelne Aufgaben oder ist ein kompletter Prozess von der Wissenssammlung über die Ordnung und Bewertung bis zur Entscheidungsfindung abgedeckt?

Ausgewählte Beispiele


In der derzeitigen Fassung enthält jedes Dossier einige Beispiele aus einem Pool von insgesamt rund 180 recherchierten Beispielen. is zum Abschluss des Forschungsprojektes kann diese Auswahl noch verändert und erweitert werden. Die Auswahl der Beispiele erfolgte nicht zuletzt aufgrund ihrer Eignung für den Transfer in den weiteren Leistungsbeispielen. Dabei sollten jedoch nicht nur „Leuchtturm“-Beispiele dargestellt werden, stattdessen wurde eine möglichst große Bandbreite angestrebt und auch der Versuch unternommen, kritische Entwicklungen und mögliche Hürden aufzuzeigen. Hier die Auswahl im Überblick:

  1. Das offene Ideenlabor der Postbank nutzt Crowdsourcing, um gemeinsam mit den Kunden an der Zukunft des Bankings zu arbeiten.
  2. Ushahidi Crowdmap verwendet Open Data zur Sammlung und Visualisierung von Informationen.
  3. Als „das“ Wiki schlechthin stellt Wikipedia nach einem vorgegebenen Schema Informationen zur Verfügung und ermöglicht eine schnelle Wissensgewinnung und -bewertung, auch über die Diskussions-Seiten.
  4. Badgeville EMC ist ein Gamification-Programm, um die Wissenskommunikation innerhalb des Unternehmens zu verbessern und die Beteiligung an der Wissenserstellung zu steigern.
  5. Das Open Data Portal der City of San Francisco „DataSF“ bietet städtespezifische Daten für Entwickler, Analysten und Einwohner.
  6. Patient-Innovation.com liefert über eine Crowdsourcing-Plattform den Austausch von Ideen und Lösungen rund um die Welt.
  7. Mittels der App Adopt-a-Hydrant können sich Bürger anbieten, einzelne Feuerhydranten schneefrei zu halten.
  8. Die Crowdsourcing-Produktentwicklung der HARIBO Fan-Edition zieht die Kunden in die Produktentwicklung mit ein.
  9. Um das professionelle Bloggen für Online-Marketing zu erlernen, bietet der Online-Kurs Affenblog Abhilfe.
  10. Chris Whong stellt ein Internetportal für Kartendaten zur Verfügung.
  11. ARTigo ist eine Onlineplattform, die mit Hilfe der „Wisdom of Crowds“ und Gamification digitale Reproduktionen von Kunstwerken zu verschlagworten.

Tabellarischer Überblick


Im Dossier 2 "Ordnung, Bewertung und Diskussion von Wissen"  gibt es durchgehend Überschneidungen mit Dossier 1 und zudem in wenigen Fällen mit Dossier 3.

Überwiegend sind die ausgewählten Beispiele in der Komplexität als „einfach“ oder „mittel“ einzustufen und es handelt sich meist um sich entwickelnde Verfahren. Am häufigsten ist eine vollständige Interaktion vorzufinden, was bedeutet, dass eine Reaktion der Rezipienten einen Einfluss auf den Inhalt hat. In der Wissensschöpfungskette sind die Beispiele überwiegend punktuell wirksam; es wird nur die Bewältigung einer einzelnen Aufgabe angestrebt.

Bezug zu folgenden Leistungsbausteinen


Anschließend wird ein knapper Ausblick auf die Übertragbarkeit der Beispiele zur Lösung von Herausforderungen in der Kommunalen Selbstverwaltung, der Stadtforschung und im Wissenstransfer gegeben. Mögliche Transferfälle werden genannt, die als Ausgangsbasis für die folgenden Leistungsbausteine des Forschungsprojekts dienen sollen und erste Ideen für die Relevanz und Nutzbarkeit der Verfahren liefern.

Der letzte Abschnitt des Dossiers listet die Quellen auf.

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Tabellarischer Überblick über die Charakteristika der ausgewählten Beispiele

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