Beispiele für das Sammeln und Ordnen von Wissen und Informationen (Dossier 1)

Last modified by TobiasSteinherr on 2018/02/09 14:07

Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung


Unter das Dossier zur Sammlung und Bereitstellung von Wissen und Informationen fallen beispielhafte Anwendungen von Business Intelligence Systemen, Datenbanken, Portalen, Integrierten Ratsinformationssystemen, Automatisierten Reportings, Wikis, Videodaten und Open Data. Diese werden in Unternehmen, NGO’s (Non Governmental Organizations) und der Öffentlichen Hand eingesetzt, um Wissen gezielt dem jeweiligen Anwender zur Verfügung zu stellen.

In der Praxis stellt sich heraus, dass typische Anwendungen von Verfahren zur Anwendung und Bereitstellung von Wissen und Informationen häufig auch weiteren Zwecken dienen: Wissen soll eben nicht bloß gesammelt, sondern häufig zugleich geordnet und diskutiert (vgl. Dossier 2) oder analysiert bzw. zur Entscheidungsfindung genutzt werden (vgl. Dossier 3). Die prototypisch ausgewählten Beispiele im vorliegenden Dossier können deshalb teilweise mehreren Zwecken zugeordnet werden; gleichwohl liegt ihr Fokus auf der Wissenssammlung und Wissensbereitstellung.

Schematischer Aufbau der Beispiele


Zunächst sind die Beispiele nach einheitlichem Schema dargestellt. Ein rascher Überblick veranschaulicht in Form einer grafischen Darstellung die Zuordnung zum Dossier, die vier im Folgenden erläuterten Dimensionen (Interaktion, Dauer, Komplexität, Durchdringungstiefe auf der Wissensschöpfungskette), das genutzte Verfahren, den Innovationsbereich (z. B. Unternehmen oder Öffentliche Hand), Land und – soweit bekannt – Ort der Anwendung sowie die Sprache der Quelle veranschaulicht. Dem folgen die Kurzbeschreibung des Beispiels und eine Erläuterung, wie die Charakterisierung anhand der genannten Dimensionen vorgenommen wurde.

Zunächst wurde die Komplexität des Verfahrens hinsichtlich seiner Implementierung und Pflege (z. B. Ressourcenaufwand) auf den Stufen niedrig – mittel – hoch bewertet. Bezüglich der Dauer wurde zwischen abgeschlossenen und sich laufend weiter entwickelnden Anwendungen unterschieden. So ist eine Online-Datenerhebung für ein einzelnes Forschungsprojekt typischerweise als abgeschlossen zu bewerten, während sich ein Wiki oder ein Blog laufend entwickeln. Die Interaktion zwischen Akteuren und Rezipienten orientiert sich an vier Stufen:

  1. Keine Interaktion, Nutzer bekommen Informationen und Bewertungen bereitgestellt, ohne Frage- und Kommentarfunktion  
  2. Einfache Reaktion, Möglichkeit, die bereit gestellten Informationen durch die Nutzer zu kommentieren und nachzufragen 
  3. Gestaltende Rückkopplung, Nutzer können bereit gestellte Informationen und Vorschläge selbst verändern, ergänzen, überarbeiten und umfassend bewerten
  4. Vollständige Rückkopplung, Informationen und Vorschläge entstehen erst in dem Austausch und der Interaktion zwischen verschiedenen Nutzern, welche diese zugleich umfassend bewerten.

Schließlich interessiert, wie tief die Wissensschöpfungskette mittels der Anwendung durchdrungen wird: Löst sie nur einzelne Aufgaben oder ist ein kompletter Prozess von der Wissenssammlung über die Ordnung und Bewertung bis zur Entscheidungsfindung abgedeckt?

Ausgewählte Beispiele


In der derzeitigen Fassung enthält jedes Dossier einige Beispiele aus einem Pool von insgesamt rund 180 recherchierten Beispielen; bis zum Abschluss des Forschungsprojektes kann diese Auswahl noch verändert und erweitert werden. Die Auswahl der Beispiele erfolgte nicht zuletzt aufgrund ihrer Eignung für den Transfer in den weiteren Leistungsbeispielen. Dabei sollten jedoch nicht nur „Leuchtturm“-Beispiele dargestellt werden, stattdessen wurde eine möglichst große Bandbreite angestrebt und auch der Versuch unternommen, kritische Entwicklungen und mögliche Hürden aufzuzeigen. Hier die Auswahl im Überblick:

  1. smartPORT logistics  zeigt, wie vernetztes Wissen in einem Unternehmen zu effizienteren Prozessen führt.
  2. Das Transparenzportal Hamburg wurde als „Best Practice“ Beispiel für ein Transparenzportal aufgenommen.
  3. Am Beispiel des Kantonrats Zürich wird eine Anwendung eines Innovativen Informations-Rats-Systems (IRS) veranschaulicht.
  4. Im Beispiel FixMyStreet werden Bürger und deren Wissen in die Kommune mit einbezogen.
  5. Massive Open Online Course (MOOC) verdeutlicht die Vorteile von Open Data in Form von Vorlesungen und deren unerwartete positiven Effekte.
  6. Google Analytics For Local Governments und Intelligente Aufzüge zeigen, wie Automatisiertes Reporting zur Sammlung und Bereitstellung von Wissen und Informationen verwendet werden kann.
  7. Weimarpedia ist ein interaktives Kulturlexikon für Schüler.
  8. Google Hangouts stellt eine neue Art der Wissensvernetzung dar, wobei Videodaten verwendet werden.
  9. Als vorletztes „Best Practice“ Beispiel für Open Data wird data.gv.at - offene Daten Österreichs vorgestellt.
  10. Dummypagetest ist ein Chat-Bot des FOCUS Online LAB, der individualisierte Nachrichten per Instant Messaging versendet.
  11. MatchMyCity ist eine Dating-Plattform für Städte und ihre (potenziellen) Einwohner, die als neuartiges Erhebungswerkzeug für Daten zur Wahrnehmung von Städten dient.
  12. Revelstone COMPASS ist ein Analysetool, mit dem sich verschiedene Kommunen miteinander vergleichen können.

Tabellarischer Überblick


Im Dossier 1 „Sammeln und Bereitstellung von Wissen und Informationen“ gibt es Überschneidungen mit den Dossiers 2 „Ordnen und Bewerten von Wissen“ sowie 3 „Entwicklung von Wissen zur Entscheidungsfindung“.

Überwiegend sind die ausgewählten Beispiele in der Komplexität als „einfach“ einzustufen und es handelt sich meist um sich entwickelnde Anwendungen. Eine einfache Interaktion ist am häufigsten vorzufinden, was bedeutet, dass eine Reaktion der Rezipienten möglich ist, dies aber keinen Einfluss auf den bereitgestellten Inhalt hat. In der Wissensschöpfungskette sind die Beispiele überwiegend punktuell wirksam; es wird nur die Bewältigung einzelner Aufgaben angestrebt.

Bezug zu folgenden Leistungsbausteinen


Anschließend wird ein knapper Ausblick auf die Übertragbarkeit der Beispiele zur Lösung von Herausforderungen in der Kommunalen Selbstverwaltung, der Stadtforschung und im Wissenstransfer gegeben. Mögliche Transferfälle werden genannt, die als Ausgangsbasis für die folgenden Leistungsbausteine des Forschungsprojekts dienen sollen und erste Ideen für die Relevanz und Nutzbarkeit der Verfahren liefern.

Der letzte Abschnitt des Dossiers listet die Quellen auf.

100404-15080_01_Dossier1_html_2ba02d816633fb7c.png
Tabellarischer Überblick über die Charakteristika der ausgewählten Beispiele

Tags:
Created by TobiasSteinherr on 2018/02/08 13:42